Was bedeutet es “Clear” zu sein?

 Möchten Sie mehr aus Ihrem Leben machen?

Das erste, was man über den Zustand Clear wissen muss: Es ist die eigentliche Person, sie selbst.

Nach weit verbreiteter Meinung würden zwei Personen, wenn man erst die eine und dann die andere klärt, gleich sein. Nein, es ist umgekehrt.

Wenn man beginnt, jemanden zu befreien, fängt er an sich von festgefahrenen Seinszuständen zu lösen, die ihn über­wältigt und machtlos in einem starren Ablauf seiner Existenz festgehalten haben.

Er und die Leute um ihn herum haben “Glück”. Es ist aber nicht die Art von unerklärlichem Glück und völlig “in der Hand der Götter”. Jemand hat Glück, weil sein Einflussbereich entsprechend gross ist, dass er die Situation darin meistern kann.

Eines der Merkmale von Clear ist die Flexibilität oder Beweglichkeit von Emotionen.

Der Zustand Clear bedeutet, fähig zu sein, mehr und mehr und bessere und bessere Ordnung zu schaffen. Das Lebensziel ist nicht, alles und jeden zu ver­wirren; das ist das Ziel der Unvernunft.

Der Clear entflieht dieser Hamstermühle, diesem erbarmungslosen Wettkampf und ist fähig, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Er erkennt, dass sie viel interessanter sind, und dass es viel interessanter ist, ein Leben mit der Energie von tausend Kilowatt als mit einem Millionstel Ampere zu leben. Ein reibungsloses Leben ist viel interessanter als überwältigt zu sei. Ein Clear lernt diese Lektionen.

“Clears sind Wesen, die von falschen oder
nutzlosen Antworten ge­klärt worden sind,
die sie vom Leben oder vom Denken abhalten.”

– L. Ron Hubbard

EMPFEHLUNGEN

Also das erste was mir sehr deutlich auffiel, dass ich nicht einfach bloss mehr Energie als früher habe, sondern auf einem Energieniveau bin, welches einfach verblüffend ist, weshalb es auch oft lustige und faszinierende Situationen gibt. Nichts kann mich bremsen. Ich erlebe meine Umwelt teilweise in einer Art Zeitlupe. ich habe eine Art Macht oder Power, das ist einfach unglaublich. z.B. in meinem Job.  – O.

Ich fühle mich in Frieden mit mir selbst, in Frieden mit der Vergangenheit, ich bin wieder aufgetaucht; „Willkommen zurück im Leben“ und zur Hölle mit den falschen Daten, die Bewertungen und die Abwertungen aller Art! Ich bin da und bleibe da!! Mein Wesen vibriert durch diese unterdrückte Energie, die jetzt wieder frei ist sich zu bewegen und „dies“, meine Freunde, schulde ich ihnen. – P.

Es ist wunderbar! Es ist neu! Es ist echt! Und ich will weiter! Ich bin voller Dankbarkeit alles + jedem gegenüber der bei und mit mir war. Das ist der Weg der zu gehen ist + das ist die einzige Art wie er zu gehen ist. – S.

 

DER CLEAR

aus dem Buch: Dianetik: die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit

           

In der Dianetik wird der optimale Mensch ein Clear genannt. Diesem Wort wird man im vorliegenden Buch oft begegnen, und zwar in der Verwendung als Hauptwort wie auch als Zeitwort (klären). So ist es hier am Anfang wohl angebracht, genau festzulegen, was unter einem Clear, einem Menschen am Ziel der dianetischen Therapie, zu verstehen ist.

Man kann einen Clear auf alle Psychosen, Neurosen, Zwänge und Verdrängungen (alles Aberrationen) testen und ihn auf alle selbsterzeugten Krankheiten, die man psychosomatische Leiden nennt, prüfen. Das Ergebnis wird immer sein, dass der Clear von solchen Störungen oder Aberrationen völlig frei ist. Tests seiner In­telligenz ergeben einen Intelligenzquotienten hoch über dem heuti­gen Durchschnitt. Seine Handlungen zeigen, dass er das Dasein voller Tatkraft meistert und Befriedigung aus seinem Leben zieht.

Diese Ergebnisse kann man auch durch Vergleiche erhalten. So kann man einen Neurotiker, der ausserdem noch psychosomatische Leiden hat, auf seine Aberrationen und Krankheiten hin testen und damit deren Existenz beweisen. Man kann ihn dann mit der Absicht, diese Neurosen und Leiden zu beseitigen, dianetischer Therapie un­terziehen. Bei der anschliessenden Untersuchung wird man die oben beschriebenen Ergebnisse finden. Übrigens sind solche Experimente oftmals, und zwar mit konstanten Ergebnissen, durchgeführt wor­den. Der Nachweis, dass alle Menschen mit organisch vollständigen Nervensystemen in dieser Weise auf das dianetische Clearverfahren ansprechen, kann unter wissenschaftlichen Testbedingungen er­bracht werden.

Ferner besitzt der Clear bestimmte grundlegende und ihm inne­wohnende, doch im ungeklärten Zustand nicht immer verfügbare Eigenschaften. Von diesen im Menschen nicht vermuteten Eigen­schaften war in früheren Erörterungen seiner Fähigkeiten und Ver­haltensweisen nicht die Rede.

Betrachten wir zunächst die Wahrnehmungsfähigkeit: Selbst so­genannte normale Menschen sehen nicht immer in voller Farbe, hö­ren nicht immer in vollem Klang, oder ihr Geruchs-, Geschmacks- ­oder Tastsinn oder auch ihre Organempfindungen lassen zu wün­schen übrig.

Dies aber sind die wesentlichen Kommunikationskanäle zur mess- und bestimmbaren Aussenwelt, die die meisten als Wirklichkeit anerkennen. Frühere Beobachter hielten zwar das Sehen der Wirk­lichkeit für absolut notwendig, wenn der aberrierte Mensch geistig gesund werden wollte, gaben aber interessanterweise keine Erklä­rung ab, wie das geschehen solle. Um in der Gegenwart der Wirk­lichkeit ins Auge zu sehen, müsste der Mensch natürlich imstande sein, sie durch jene Kommunikationskanäle wahrzunehmen, von de­nen er in der Praxis am häufigsten Gebrauch macht.

Jede menschliche Wahrnehmung kann durch psychische Stö­rungen verfälscht werden, die es nicht zulassen, dass die empfange­nen Sinneseindrücke vom analytischen Teil des menschlichen Gei­stes (vom Bewusstsein) erfasst werden. Ein Beispiel: Obwohl in den Mechanismen des Farbempfangs kein Fehler vorliegen mag, können im Geist unbewusste Schaltkreise bestehen, die die Farbe tilgen, be­vor dem Bewusstsein das Anschauen des Gegenstands gestattet wird.

Man wird entdecken, dass Farbenblindheit relativ sein kann oder in Abstufungen vorkommt, und zwar in der Art, dass Farben weniger leuchtend wirken oder trüb erscheinen oder, im schlimmsten Fall, völlig fehlen. Jeder von uns kennt Leute, die grelle Farben verab­scheuen, und solche, denen sie nicht grell genug sein können. Diesen unterschiedlichen Grad von Farbenblindheit hat man keineswegs auf einen bestimmten psychischen Faktor zurückgeführt, sondern man hat einfach verschwommen angenommen, er hänge irgendwie mit der Gemütsverfassung zusammen – wenn man ihn überhaupt bemerkte.

Es gibt Menschen, für die Geräusche recht störend sind, für die beispielsweise das anhaltende Gewimmer einer Geige eine ziemliche Attacke auf das Trommelfell bedeutet. Es gibt Leute, für die fünfzig fortissimo spielende Geigen beruhigend klingen, und es gibt andere, bei denen eine Geige Gleichgültigkeit und Langeweile auslöst, und wiederum gibt es Leute, für die der Klang einer Geige, wie kompli­ziert die gespielte Melodie auch immer sein mag, monoton wirkt.

Diese Unterschiede in der akustischen Wahrnehmung hat man ebenso wie Farbenblindheit und andere Sehfehler angeborenen Verschie­denheiten oder organischen Mängeln zugeschrieben oder überhaupt nicht eingeordnet.

In ähnlicher Weise sind Geruchs-, Tast- und Organempfindungen, Schmerz- und Schwereempfindungen von Person zu Person sehr verschieden. Eine flüchtige Umfrage unter Freunden wird Ihnen be­weisen, dass enorme Unterschiede in der Wahrnehmung identischer Reize bestehen. Der eine empfindet den Geruch eines Truthahns im Ofen als wundervoll, den anderen lässt er kalt, ein dritter riecht ihn womöglich gar nicht. Und wieder ein anderer könnte behaupten, ein bratender Truthahn rieche genau wie Haaröl – um einen Extremfall zu nennen.

Hätten wir keine Clears geschaffen, bliebe es unbegreiflich, warum solche Unterschiede bestehen sollten. Denn diese ausser­ordentlichen qualitativen und quantitativen Wahrnehmungsunter­schiede werden zum grössten Teil von Aberrationen verursacht. Auf­grund angenehmer Erfahrungen in der Vergangenheit und angebo­rener Empfindsamkeit wird es einige Unterschiede auch bei Clears geben.

Man sollte ihre Reaktionen aber nicht automatisch als stan­dardisiertes, angepasstes Mittelmass annehmen, jenes blasse und wi­derwärtige Ziel früherer Lehren. Der Clear erfährt ein optimales Mass an Empfindungen, das mit seinem eigenen Verlangen nach Empfindungen in Einklang steht. Eine brennende Zündschnur riecht auch für ihn gefährlich, macht ihn aber nicht krank.

Er riecht gebra­tenen Truthahn gern, wenn er hungrig ist, und wenn er Truthahn mag, dann riecht er ihn sogar besonders gern. Wenn der Clear am Geigenspiel Freude hat, dann sind das für ihn keine monotonen Me­lodien, sie verursachen keinen Schmerz, und er kann sie vollauf ge­niessen. Sollte er Geigen nicht mögen, dann gefallen ihm vielleicht Kesselpauken oder Saxophone, oder er will, je nach seiner Stim­mung, überhaupt keine Musik hören.

Hier sind also zwei Variablen am Werk: Eine, die Verrückte, wird durch Aberrationen verursacht. Die andere, eine ganz Vernünf­tige und Begreifliche, wird von der Persönlichkeit bestimmt.

So weichen die Wahrnehmungen eines Aberrierten (einer nicht geklärten Person) und die eines Clears (einer nicht aberrierten Per­son) stark voneinander ab.

Es gibt auch Unterschiede in den eigentlichen Sinnesorganen und Fehler, die von ihnen veranlasst werden. Manche dieser Fehler, der geringste Anteil, sind organischer Natur: durchbohrte Trommel­felle etwa sind keine zuverlässigen Mechanismen der Klangauf­nahme. Die Mehrzahl der Wahrnehmungsfehler (fehlerhafte Sinnes­botschaften) im organischen Bereich wird von psychosomatischen Störungen verursacht.

Überall sieht man Brillen auf den Nasen, selbst bei Kindern. Man setzt sich für gewöhnlich eine Brille auf, um einen Zustand zu berichtigen, den der Körper selbst unbedingt wieder zu stören be­strebt ist. Wenn das Stadium kommt, in dem man eine Brille zu tragen beginnt, verschlechtert sich die Sehkraft aufgrund des psy­chosomatischen Prinzips (nicht wegen der Brille an sich). Diese Beobachtung ist praktisch genauso gültig wie die Feststellung, dass Äpfel, die vom Baum fallen, gewöhnlich dem Gesetz der Schwerkraft folgend nach unten fallen.

Bei einem Clear wird sich im allgemeinen – neben anderen Verbesserungen – auch eine deutliche Besserung des Sehvermögens einstellen, sofern es im aberrierten Zustand schlecht gewesen ist. Mit ein wenig Aufmerksamkeit wird er sogar im Laufe der Zeit sein optimales Sehvermögen wiedererlangen. (Aus der Sicht des Optikers liefert das durchaus kein Argument gegen die Dianetik, sondern es bedeutet sogar ein gutes Geschäft für ihn.

Denn es hat Clears gegeben, die nach Abschluss ihrer Behandlung in schneller Folge fünfmal neue Brillengläser kaufen mussten, um mit der Verbesserung der Augen Schritt zu halten. Und viele aberrierte Personen, die erst spät im Leben Clear werden, erreichen schliesslich ein maximales Sehvermögen, das dicht unterhalb des Optimums liegt.)

Das Sehvermögen war beim Aberrierten infolge seiner Aberra­tionen organisch herabgesetzt, so dass das eigentliche Sinnesorgan in seiner optimalen Funktion reduziert war. Wiederholte Versuche ha­ben erwiesen, dass der Körper nach der Beseitigung von Aberrationen eine kraftvolle Anstrengung zur optimalen Wiederherstellung unter­nimmt.

Das Gehör variiert in organischer Hinsicht ebenso wie andere Wahrnehmungen innerhalb einer weiten Bandbreite. Ablagerungen von Kalziumverbindungen können beispielsweise unaufhörliches Ohrenklingen verursachen. Die Beseitigung von Aberrationen macht es dem Körper möglich, sich wieder auf sein erreichbares Op­timum einzustellen; die Ablagerungen verschwinden, und die Ohren klingen nicht mehr. Doch ganz abgesehen von diesem Sonderfall gibt es auf organischer Grundlage auch andere grosse Hörunterschiede. Sowohl organisch als auch infolge von Aberration kann das Gehör stark erweitert oder beeinträchtigt sein, so dass es für die eine Person normal ist, Schritte einen Häuserblock entfernt zu hören, während eine andere nicht einmal eine auf der Veranda dröhnende Pauke hört.

Dass die verschiedenen Wahrnehmungen sich durch Aberration und wegen psychosomatischer Störungen von Mensch zu Mensch stark unterscheiden, ist eine der geringeren Entdeckungen der Dianetik. Die Fähigkeit des Rückrufs (sich Vergangenes zu vergegen­wärtigen) ist in ihrer Unterschiedlichkeit von Person zu Person weit­aus eindrucksvoller.

Im Zuge der Beobachtung von Clears und Aberrierten kam ein ganz neuer Vorgang des Zurückrufens ans Licht. Er war zwar dem menschlichen Geist von Natur aus eigen, war jedoch nicht bemerkt worden. Diese Form des Rückrufs ist nur wenigen aberrierten Men­schen in vollem Masse gegeben. Beim Clear aber ist sie ganz normal. Dass diese Fähigkeit vorher nicht bemerkt wurde, soll natürlich nicht heissen, dass die Gelehrten früherer Zeiten nicht über Beobachtungs­gabe verfügten. Wir haben es hier mit einer ganz neuen und vorher nicht verfügbaren Untersuchungsperson, dem Clear, zu tun. Was ein Clear leicht schafft, konnten zwar auch früher schon eine ganze Rei­he Menschen vollbringen, doch nur sporadisch und teilweise.

Eine von Natur aus vorhandene, nicht erworbene Fähigkeit der Erinnerungs-mechanismen des Geistes kann als Rückkehr bezeichnet werden, was in der Dianetik als ein technischer Ausdruck zu verste­hen ist. Dieses Wort wird entsprechend der Wörterbuchbedeutung gebraucht, allerdings mit dem Zusatz, dass der Geist diese Fähigkeit der Rückkehr als eine normale Erinnerungsfunktion besitzt.

Der Mensch kann einen Teil seines Geistes in eine vergangene Periode “senden”, und zwar auf einer rein geistigen oder auf einer kombi­niert geistig-körperlichen Grundlage, und er kann Geschehnisse, die damals stattgefunden haben, in der gleichen Weise und mit den glei­chen Empfindungen wie früher wiedererleben. Früher praktizierte man in der Hypnose die so genannte “Regression”, wobei der Hypno­tiseur die Versuchsperson zu Geschehnissen in ihre Vergangenheit zurückschickte.

Dies geschah mittels Hypnosetechniken, Drogen und beträchtlichem Aufwand, und es gab zwei verschiedene Methoden: Erstens einmal konnte der Hypnotisierte “vollständig” in eine frühe­re Zeit zurückversetzt werden. Er erweckte dann ganz den Anschein, sich in dem Alter zu befinden, in das er zurückversetzt worden war, ausgestattet scheinbar nur mit den Fähigkeiten und Erinnerungen, die er zu jenem Zeitpunkt hatte. Das nannte man “Revivifikation”. Dagegen ist die Regression im engeren und eigentlichen Sinn eine Technik, durch die ein Teil des Ichs der betreffenden Person in der Gegenwart bleibt und ein Teil in die Vergangenheit geht.

Man ver­mutete aber, dass diese Fähigkeiten des Geistes allein in der Hypnose aktiviert werden konnten, und benutzte sie daher nur in der Hypno­se. Diese Technik ist sehr alt, sie geht einige tausend Jahre zurück und existiert heute in Asien wie offenbar schon seit Urzeiten.

Regression” (im engeren Sinn) wird hier durch Rückkehr er­setzt, denn diese beiden Begriffe sind nicht miteinander vergleich­bar. Schon als Wort ist “Regression” mit einigen negativen Bedeu­tungen belastet, die seine Anwendung stören würden. Anstelle von “Revivifikation” steht in der Dianetik Wiedererleben, denn in der Dianetik kann man die Prinzipien der Hypnose erklären, aber Hyp­nose wird in der dianetischen Therapie nicht benutzt, wie später noch ausgeführt werden wird.

Der Geist hat also noch eine andere als die bekannte Erinne­rungsfähigkeit. Ein Teil des Geistes kann “zurückkehren”, auch wenn der Mensch hellwach ist, und frühere Geschehnisse vollständig wieder durchleben. Wenn Sie das erproben möchten, so versuchen Sie es mit verschiedenen Menschen, bis Sie einen gefunden haben, dem es leichtfällt. Hellwach kann er zu Momenten in seiner Vergangen­heit zurückkehren.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem man ihn dazu auffordert, wird er vermutlich gar nicht wissen, dass er eine solche Fähigkeit besitzt. Sollte er gewusst haben, dass er sie hat, dann dachte er wahrscheinlich, jeder habe diese Fähigkeit (das ist die Art Annah­me, die so viele solcher Tatsachen daran hinderte, früher ans Licht zu kommen). Er kann z.B. zu einer Zeit zurückgehen, in der er schwamm – mit vollem Rückruf des Gehörten, Gesehenen, Ge­schmeckten, Gerochenen, Berührten, organisch Wahrgenommenen usw..

Ein “studierter” Herr verbrachte einmal einige Stunden damit, einer Gesellschaft darzulegen, dass beispielsweise der Rückruf eines Geruchs als Empfindung ganz unmöglich sei, da “die Neurologie be­wiesen habe, dass die Geruchsnerven nicht mit dem Thalamus ver­bunden seien”.

Zwei der anwesenden Personen entdeckten ihre Fä­higkeit zur Rückkehr; aber trotz dieses Beweises behauptete der ge­lehrte Herr weiter, dass Geruchsrückruf unmöglich sei. Eine Nach­prüfung unter den Anwesenden der Gesellschaft brachte, unabhängig vom Phänomen der Rückkehr, die Tatsache ans Licht, dass sich rund die Hälfte der Leute an einen Geruch erinnern konnte, indem sie ihn wieder roch.

Rückkehr ist das volle Erleben der erinnerten Situation. Die komplette Erinnerung kann die betreffenden Organbereiche dazu bringen, die Reize aus einem früheren Geschehnis wiederzuempfinden. Teilrückruf ist üblich; nicht üblich genug, um als normal zu gelten, doch sicher üblich genug, dass umfangreiche Studien am Platz sind. Denn hier handelt es sich wieder um eine weitgespannte Vari­able.

Die Gegenwart wahrzunehmen wäre einer der Wege, der Wirk­lichkeit ins Auge zu sehen. Doch wenn einer die Wirklichkeit von Vergangenem nicht anschauen kann, dann sieht er einen Teil der Wirklichkeit nicht. Und wenn man übereingekommen ist, dass es wünschenswert ist, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen, dann müsste das auch die Wirklichkeit von gestern betreffen, wenn man in Über­einstimmung mit der heutigen Definition als vollständig “geistig gesund” betrachtet werden soll. Dem Gestern ins Auge zu sehen verlangt, dass ein bestimmtes Vermögen zum Rückruf vorhanden ist. Man müsste imstande sein, sich zu erinnern. Doch wie viele Arten von Erinnerung gibt es?

Erstens gibt es die Rückkehr. Das ist neu. Sie bietet den Vorteil, die sich bewegenden Bilder und alle anderen Sinneswahrnehmungen prüfen zu können, die zur Zeit des Ereignisses aufgenommen wur­den. Man kann auch zu seinen früheren Schlussfolgerungen und Vor­stellungen zurückkehren. Die Fähigkeit, wieder dort zu sein, wo die gewünschten Informationen ursprünglich in Augenschein genom­men wurden, ist eine erhebliche Hilfe beim Lernen, bei der For­schung und im Alltagsleben.

Dann gibt es die üblicheren Rückrufe. Der optimale Rückruf erfolgt durch die Rückkehr eines einzelnen Sinnes oder mehrerer Sinne, wobei die Person selbst in der Gegenwart bleibt. Manche Leu­te sehen, fühlen und riechen wirklich eine Rose, wenn sie an eine denken. Sie sehen sie in voller Farbe, ganz leuchtend, mit dem “gei­stigen Auge”, um eine alte Redewendung zu benutzen. Sie riechen sie lebhaft. Und sie könnten sogar ihre Dornen fühlen. Sie denken an Rosen, indem sie sich wirklich eine Rose zurückrufen.

Wenn diese Menschen an ein Schiff dachten, würden sie ein bestimmtes Schiff sehen und, wenn sie im Geiste an Bord sind, seine Bewegung fühlen. Sie würden den Kiefernteer oder auch weniger würzige Gerüche riechen. Sie würden das Schiff in voller Farbe und Bewegung sehen und alle vorhandenen Geräusche mit voller Klang­farbe hören.

Bei aberrierten Personen variieren diese Fähigkeiten sehr. Manche können eine Rose nur visuell erfassen, wenn man sie auffor­dert, an eine zu denken. Andere können eine riechen, sie aber nicht sehen. Wiederum andere sehen sie ohne Farbe oder in sehr blasser Farbe. Wenn man sie veranlasst, an ein Schiff zu denken, sehen man­che Aberrierte nur ein flaches, farbloses, unbewegliches Bild, ähn­lich einem Gemälde oder der Fotografie eines Schiffes.

Manche sehen ein Schiff in Bewegung, zwar ohne Farbe, aber mit Geräusch. Andere hören das Geräusch eines Schiffes, können aber überhaupt kein Bild sehen. Wieder andere denken nur an ein Schiff als Begriff, dass Schif­fe existieren und dass sie davon wissen, können aber in der Erinne­rung eigentlich nichts sehen, fühlen, hören, riechen oder sonst wie empfinden.

Manche früheren Beobachter haben dies als “bildliche Vorstel­lungen” bezeichnet, doch ist der Ausdruck derart ungeeignet für Ge­räusch und Berührung, Organempfindung und Schmerz, dass in der Dianetik einheitlich als Fachwort Rückruf benutzt wird. Der Wert des Rückrufs in unserem täglichen Leben hat derart geringe Auf­merksamkeit gefunden, dass dieser ganze Begriff niemals zuvor for­muliert worden ist. Deswegen wurde hier eine ziemlich ausführliche Beschreibung gegeben.

Es ist ganz einfach, Rückrufe zu testen. Wenn man seine Be­kannten nach ihren Möglichkeiten fragt, sich etwas zurückzurufen, wird man eine sehr gute Vorstellung davon bekommen, wie sehr diese Fähigkeit von Person zu Person verschieden ist. Manche haben die eine Art des Rückrufs, manche eine andere, und wieder andere haben überhaupt keinen Rückruf, sondern arbeiten nur mit der Vor­stellung eines Rückrufs.

Wenn Sie nun einen Test in Ihrer Umge­bung machen, dann denken Sie daran, dass jede Wahrnehmung im Gedächtnis aufgenommen und gespeichert wird und darum zurück­gerufen werden kann. Und dieser Rückruf würde Schmerz, Tempera­tur, Rhythmus, Geschmack und Gewicht enthalten wie auch die oben erwähnten Seh- und Geräuscheindrücke, Tast- und Geruchsempfin­dungen.

In der Dianetik unterscheiden wir den optischen Rückruf (auch “Visio” genannt), den Geräuschrückruf (“Sonik”), den Rückruf von Berührung, den Geruchsrückruf, den Rückruf von Rhythmus, den Rückruf von Gewicht und Bewegung, den Schmerzrückruf, den Temperaturrückruf und den organischen Rückruf (für innere Empfindungen und, gemäss neuer Definition, Emotionen).

Eine weitere Reihe geistiger Vorgänge lässt sich unter den Stichwörtern Phantasie und schöpferische Phantasie zusammenfas­sen. Hier ist wiederum reichlich Material vorhanden, das genauer erforscht werden kann.

Phantasie bedeutet Neukombination von Dingen, die man emp­funden, gedacht oder durch intellektuelle Schlussfolgerungen ge­schaffen hat, die aber nicht unbedingt existieren. Phantasie ist die Methode des Geistes, sich wünschenswerte Ziele vorzustellen oder die Zukunft vorauszuplanen. Phantasie ist unschätzbar wertvoll beim Gestalten der wesentlichen Lösungen sowohl eines jeden geisti­gen Problems als auch des Alltagslebens. Dass es sich nur um Neu­kombinationen handelt, nimmt ihr auf keine Weise ihre ungeheure und wunderbare Vielgestaltigkeit.

Ein Clear macht von seiner Phantasie in vollem Umfang Ge­brauch. Es gibt Phantasieeindrücke des Gesichts-, Geruchs-, Ge­schmacks-, Gehörsinns – kurz, für jede der möglichen Wahrnehmun­gen. Diese Eindrücke werden hergestellt, indem Modelle aus den Gedächtnisbanken (Speicherbanken) mit Hilfe von Ideen kombiniert und zusammengebaut werden. Neue materielle Strukturen, das Mor­gen von heute aus, das nächste Jahr vom letzten aus gesehen, zu­künftige Freuden, Taten, die es zu tun gilt, Unfälle, die vermieden werden sollten – all dies sind Funktionen der Phantasie.

Der Clear verfügt über unbehinderte Phantasie mit farbigem Sehen, vollklanglichem Hören, Tastgefühl, Geruchsempfindung so­wie mit Gefühl für Rhythmus, Gewicht und Bewegung, Temperatur und Organempfindung. Wenn man ihn auffordert, sich in einer ver­goldeten vierspännigen Kutsche fahren zu sehen, “sieht” er das sich bewegende Gefährt in voller Farbe, “hört” er alle Geräusche, die dazugehören müssten, “riecht” er die Gerüche, die nach seiner Mei­nung damit verbunden sein müssten, “fühlt” er die Polsterung, die Bewegung und sich selbst in der Kutsche.

Neben der gewöhnlichen Phantasie gibt es die schöpferische Phantasie – eine sehr weitreichende, an keine Dimensionen gebunde­ne Fähigkeit, die von Mensch zu Mensch recht unterschiedlich ist und die manche Menschen in sehr grossem Masse besitzen. Sie wird hier nicht als ein Teilbereich der geistigen Funktion angeführt, der üblicherweise in der Dianetik behandelt wird, sondern nur um aufzu­zeigen, dass sie eigenständig vorhanden ist. Bei einem Clear, der be­reits als Aberrierter, wenn auch gehemmt, schöpferische Phantasie besass, ist sie vorhanden und nachweisbar. Sie ist angeboren.

Sie kann nur durch Hemmung ihrer allgemeinen Ausübung aberriert werden, d.h. indem die Beharrlichkeit ihrer Anwendung aberriert oder der gesamte Geist abgekapselt wird. Jedoch kann man schöpfe­rische Phantasie – diesen Besitz, durch den Kunstwerke geschaffen, Staaten errichtet werden und die Menschheit bereichert wird – als geistige Sonderfunktion betrachten, die in ihrem Wirken unabhän­gig ist und deren Vorhandensein überhaupt nicht von einem aberrierten Zustand der Person abhängt. Denn wenn man die Tätigkeit der schöpferischen Phantasie bei einem Clear, der sie besitzt, bezie­hungsweise den Gebrauch, den er von ihr macht, untersucht, so zeigt dies ausreichend, dass sie dem Menschen innewohnt. Sie fehlt selten bei jemandem.

Und schliesslich kommen wir auf die letzte, aber gleichzeitig wichtigste Tätigkeit des Geistes zu sprechen. Der Mensch ist ein bewusst empfindendes, vernunftbegabtes Wesen. Dieses Merkmal be­ruht auf seiner Fähigkeit, Probleme zu lösen, indem er Situationen wahrnimmt oder gestaltet und sie versteht.

Diese seine Vernunft ist die primäre, übergeordnete Funktion desjenigen Teils des Geistes, der ihn zum Menschen macht, so dass er nicht bloss ein Tier unter Tieren ist. Mit Erinnerung, Wahrnehmung und Phantasie hat er die hervorragende Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen und, auf vorliegenden Schlussfolgerungen aufbauend, Weiteres zu schlussfolgern. Das ist der vernunftbegabte Mensch.

Von Aberration freie Vernunft kann man nur bei einem Clear studieren. Dem Aberrierten geben seine Aberrationen den Anschein von Unvernunft. Zwar kann man solche Unvernunft auf mildere Weise als “Exzentrizität” oder “menschliches Irren” oder gar “per­sönliche Eigenart” bezeichnen, sie bleibt indes Unvernunft.

Die Per­sönlichkeit eines Menschen hängt nicht davon ab, wie unvernünftig er handelt. Es ist beispielsweise kein Ausdruck von Persönlichkeit, betrunken am Steuer zu sitzen und am Zebrastreifen ein Kind zu töten – oder auch nur zu riskieren, durch Fahren im betrunkenen Zustand ein Kind zu töten. Unvernunft ist nichts anderes als die Unfähigkeit, aus vorhandenen Daten richtige Antworten zu er­halten.

Es ist nun eine merkwürdige Tatsache, dass – obwohl “jeder­mann weiss” (und welch eine schreckliche Menge von Fehlinformatio­nen bringt diese Art Behauptung in Umlauf), dass “Irren menschlich ist” – der bewusst empfindende, vernunftbegabte Teil des Geistes, der die Lösung von Problemen wie ein Computer errechnet, indem er denkt, und der den Menschen zum Menschen macht, völlig unfähig ist zu irren.

Das war, als es festgestellt wurde, eine verblüffende Entdeckung, aber das hätte es gar nicht sein müssen. Man hätte diese Tat­sache schon einige Zeit früher folgern können, da sie ganz einfach und leicht verständlich ist. Die eigentliche Fähigkeit des Menschen, Berechnungen anzustellen, unterliegt niemals einem Irrtum, auch nicht bei einem sehr stark aberrierten Menschen.

Wenn man einen Aberrierten bei seinem Tun beobachtet, könnte man gedankenlos annehmen, dass die Berechnungen dieses Menschen verkehrt seien. Doch das wäre ein Beobachtungsfehler. Jeder einzelne, ob aberriert oder geklärt, stellt auf der Grundlage der gespeichterten und wahrge­nommenen Daten perfekte Berechnungen an.

Nehmen Sie irgendeine gewöhnliche Rechenmaschine (und der Geist ist ein aussergewöhnlich gutes Instrument, das jeder Maschine, die der Mensch bis in die ferne Zukunft hinein erfinden wird, weit überlegen ist), und geben Sie dieser ein Problem zur Lösung auf: multiplizieren Sie sieben mit eins. Sie wird richtig mit sieben ant­worten. Multiplizieren Sie jetzt sechs mit eins, halten Sie aber wei­terhin die Sieben unten. Sechsmal eins ist sechs, aber die Antwort, die Sie bekommen werden, ist zweiundvierzig. Halten Sie die Sieben weiterhin unten und geben Sie der Maschine andere Probleme auf.

Das Ergebnis ist falsch – nicht die Aufgabenstellung, sondern die Lösung. Befestigen Sie nun die Sieben, so dass sie immer unten bleibt, gleichgültig, welche Tasten berührt werden, und versuchen Sie die Maschine wegzugeben. Keiner wird sie mögen, weil die Maschine offenbar “verrückt” ist. Sie sagt, zehn mal zehn sei siebenhundert. Doch ist der Rechenteil der Maschine wirklich kaputt, oder werden ihm lediglich falsche Daten eingegeben?

Ebenso fällt der menschliche Verstand unrichtigen Daten zum Opfer. Ihm wird tausendmal in der Stunde die Aufgabe gestellt, Pro­bleme zu lösen, die so gross und so sehr mit Variablen geladen sind, dass sie jede Rechenmaschine durcheinanderbringen würden. Falsche Daten gelangen in die Maschine, und die Maschine gibt verkehrte Antworten.

Unrichtige Daten gelangen in die menschlichen Ge­dächtnisbanken, und der Mensch reagiert auf “abnormale” Weise. Im Grunde besteht also das Problem, Aberration zu lösen, darin, eine “heruntergehaltene Sieben” zu finden. Doch davon später sehr viel mehr. Für den Augenblick haben wir unser unmittelbares Ziel er­reicht.

Das sind die verschiedenen Fähigkeiten und Tätigkeiten des menschlichen Geistes, angesichts der ständigen Aufgabe, eine Fülle von Problemen zu bearbeiten und zu lösen. Er nimmt wahr, er ruft sich etwas zurück oder kehrt zurück, er stellt sich etwas vor, denkt sich etwas aus und gibt dann eine Lösung. Unser Geist bringt mit Hilfe seines “Zubehörs” – den Wahrnehmungen, den Gedächt­nisbanken und der Phantasie – Antworten hervor, die ausnahmslos genau sind und die nur durch Beobachtung, Erziehung und Gesichts­punkt modifiziert werden.

Und die Grundabsichten dieses Geistes sowie die Grundnatur des Menschen, wie sie beim Clear feststellbar sind, sind konstruktiv und gut, ausnahmslos konstruktiv und ausnahmslos gut, wobei die Lösungen nur modifiziert werden durch Beobachtung, Erziehung und Gesichtspunkt.

Der Mensch ist gut.           

Entfernen Sie seine Grundaberrationen, und mit ihnen ver­schwindet das Böse, das die Scholastik und die Moralisten so gern hatten. Der einzige Teil, der vom Menschen abgetrennt werden kann, ist der “böse” Teil. Und wenn er abgetrennt wird, steigern sich Per­sönlichkeit und Lebenskraft des Menschen. Und er ist froh, den “bö­sen” Teil gehen zu sehen, denn er war körperlicher Schmerz.

An späterer Stelle folgen Experimente und Beweise dafür, und sie können mit der Präzision, die dem Naturwissenschaftler so am Herzen liegt, gemessen werden.

Der Clear ist also keine “angepasste” Person, die durch ihre verkapselten Verdrängungen zur Aktivität getrieben wird. Er ist ein Mensch ohne Verdrängungen, der auf der Basis der Selbstbestim­mung arbeitet. Seine Fähigkeiten der Wahrnehmung, des Rückrufs, der Rückkehr und Phantasie, des Gestaltens und Berechnens sind oben im Umriss dargestellt worden.

Der Clear stellt das Ziel der dianetischen Verfahren dar, ein Ziel, das mit etwas Geduld und ein wenig Studium und Arbeit er­reicht werden kann. Jeder Mensch kann ein Clear werden, sofern er nicht das Unglück hatte, dass ihm ein grosser Teil seines Gehirns entfernt oder dass er mit einem stark missgebildeten Nervensystem geboren wurde.

Wir haben hier das Ziel der Dianetik gesehen.

Betrachten wir nun das Ziel des Menschen.

Lesen Sie: Dianetik: die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit